Warum ich nicht in jedem Fall
gegen Obdachlosigkeit bin:
Die Welt ist trotz allem vernünftig.
Quelle: Die Zeit.
P.S. 6.000! Was müssen das für Bücher sein.
In der Bahnhofsmission am Bahnhof Zoo scharen sich unter Neonfunzeln gebeugte Gestalten um eine warme Mahlzeit. Unter denen, die allein am Tisch sitzen, ist Fritz Joachim Rudert, Doktor der Philosophie. »Wenn Marx den Schopenhauer gelesen hätte«, verkündet er, »dann wäre die Weltgeschichte anders verlaufen.« Rudert spricht hastig, seine Augen wechseln ihr Ziel so schnell wie seine Gedanken. Buddha, Leonardo, philososphisch-sozialistische Bekenntnisse, dazwischen der anklagende Satz: »Warum sind Büchereien nachts und an Feiertagen geschlossen?« Am Hals trägt er ein Wirrwar aller möglicher Utensilien, unter anderem Wohnungsschlüssel. »Am 30. Juli werde ich rausgeschmissen«, sagt er und fügt hinzu, dass das so schlimm nicht sei. »Mit einer Wohnung ist es wie mit dem Bewusstsein: Es geht auch ohne.« Sein Blick verfinstert sich. »Aber meine Bücher«, sprudelt es aus ihm hervor, »ich habe 6000 Bücher.«Wenn die Philosophen lehren, dass es ohne Bewusstsein geht, dann ist die Konsequenz daraus eine Gesellschaft, in der es ohne Philosophen geht.
Die Welt ist trotz allem vernünftig.
Quelle: Die Zeit.
P.S. 6.000! Was müssen das für Bücher sein.

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